Die vierte Generation – Der Ofenbauer, der nicht wirklich übergeben hatte.

Geschwister, die unterschiedlicher nicht sein konnten, traf ich an- als man mich ansprach, doch den Familienfrieden in einer Ofenbauer-Familie wieder herzustellen. Ich war sehr erstaunt, zwei Schwestern und einen jungen Inhaber und Ofenbauer anzutreffen, die zunächst wie eine friedliche Familie auf mich wirkten.
Der Vater hatte sein Unternehmen bereits vor 12 Jahren an den Sohn übergeben- aber irgendetwas stimmte hier nicht. Die Mitarbeiter waren immer noch (zum Teil seit über 30 Jahren) mit an Bord, der junge Inhaber besuchte eine Weiterbildung im Bereich Design, was mich sehr wunderte, da er seine Kunden in diesem Bereich bereits seit Jahren bestens beriet. Was war geschehen?

Der Sohn flüchtete aus ungeklärten Konflikten zwischen den Geschwistern und dem Vater, sah sich verpflichtet, die eigene Schwester weiter zu beschäftigen, obwohl sie sich nur in sehr ausgewählten Bereichen engagierte. Die ältere Schwester lebte längst mit eigener Berufswahl in einer anderen Stadt und kam dennoch regelmäßig in die Firma, um ausgleichend die familiären Wogen in der Familie zu glätten. Der Senior-Inhaber, so erfuhr ich, war seinerseits selbst in der 3. Generationvon seinem Vater aus in diese Position verpflichtet worden, sagen wir einmal, nicht aus freien Stücken. Das Geschäft hatte er dann – weil er sich der Familie gegenüber verpflichtet fühlte – zu 1:1 weitergeführt und auch sein Sohn durfte diesen unfreien Schritt gehen- mehr oder weniger gern, zumal es eine auch rechtlich klare Übergabe nicht wirklich gegeben hatte. Dies galt es zu klären, die ungute Stimmung untereinander aufzuheben und um neue Wege zu gehen.

Heute: Existiert der Betrieb nach wie vor in vierter Generation, der Sohn ist geblieben. Alle Wogen sind geglättet, ein neuer (und sogar jüngerer Kollege seines Vaters)stieg mit weiteren Mitarbeitern ins Unternehmen ein. Zwei Mitarbeiter- davon ein weniger interessierter Lehrling-, die diesen Weg nicht mitgehen wollten, fanden neue Arbeitsplätze in nächster Nähe. Die ältere Schwester geht erfolgreich ihrer Berufung nach, die mittlere Schwester hat das Unternehmen ebenfalls verlassen und lebt ihre größte Stärke, den Vertrieb. Gemeinsam mit den Eltern wurden alle kritischen Punkte und Ängste benannt und geklärt und für alle Beteiligten verständlich dargelegt und geregelt. Die Themen ‚Erbe und Rente‘ sind ganz besonders auch für die  Senior-Inhaber in ein entspanntes Fahrwasser übergegangen und so feuern sie noch heute stimmungsvolle Wärme in die schönsten Räume Ihrer Kunden…‘ Weiterhin wünsche ich viel Erfolg und Freude an der Gestaltung von wohligen Räumen!

 

Angelica Egerth
Generationswechsel im Familienunternehmen

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